Story of my life #42

Die nächste, für meine Zukunft nicht unwichtige Geschichte beginnt eigentlich im zarten Alter von etwa 10 Jahren. Damals stand für mich kassengestellbebrilltem Jüngling der Wechsel auf die weiterführende Schule an und ich entschied mich, ohne über die Tragweite dieser Entscheidung genau im Bilde zu sein, für einen Wechsel auf die Realschule in Billerbeck. Mein Zeugnis in der 4. Klasse war beileibe nicht schlecht, aber als Überflieger, Genie oder Ass hätte man mich damals nicht bezeichnet. Ich durfte zwar aufs Gymnasium, aber ich folgte irgendeiner Stimme (wahrscheinlich der meiner Mutter), ganz nach dem Motto, besser ein guter unter den Mediokren zu sein, als eine schwache Funzel unter den Leuchten.

Nun ging aber kein halbes Jahr auf der billerbecker Realschule ins Land, als mein Klassenlehrer mich zum Direx zitierte, der mir mitteilte, dass meine Leistungen wohl eher darauf hindeuteten, auf ein Gymnasium zu gehen, als unterfordert auf der Realschule zu bleiben. Gelobt sei die Orientierungsstufe. Naja, ganz glücklich war ich nicht, hatte ich mich doch bereits gut eingerichtet. Aber nach einigen hin und her (welches Gymnasium? welche Klasse etc.) wechselte ich noch vor dem Ende des ersten Halbjahres auf das Pius in Coesfeld, mit allen Folgen, die die „Story of my life“ bisher schon schilderte.

Weihnachten fanden wir uns dann wie immer bei meiner Familie in Billerbeck zum großen 1. Weihnachtstagsessen (Hühnersuppe, Rinderbraten, Zwiebelsoße, Vanilleeis) ein und die Neuigkeit, dass der Familie ältester Spross nun eine Akademikerkarriere anstrebe, machte die Runde. Mein Opa in seiner unnachahmlichen Art, fragte mich nachdem er kurz konstatierte: “Nu kricht de Familie ne Doktor!“ (in Plattdeutsch bin ich mies!), Was ich denn dann werden wolle. Meine Antwort „Schreiner“ sorgte für Staunen, Gelächter und Kopfschütteln, ist aber rückwärts betrachtet so falsch gar nicht gewesen, aber dazu kommen wir noch.

Jedenfalls saß ich dann etwa 10 Jahre später in der Burgwache der Jugendburg und schlug Zeit tot, da die Burg nicht großartig besucht war und ich als Spätdiensthabender trotzdem in der Rezeption ansprechbar sein musste. Es muss irgendwann zur Endzeit HBKs (des Kaplans) gewesen sein. Meine Freundin damals war schon recht umtriebig, was nach ihrem bald folgenden Abi folgen sollte und das warf auch bei mir die Frage auf, wie es denn nun nach der Zivizeit weitergehen sollte. In der Abizeitung stand bei mir noch: Studium Mathe oder Physik. Davon nahm ich gebührenden Abstand, nachdem ich meine Abiklausuren

eher durchschnittlich in eben diesen Fächern meisterte und blätterte nun im Wälzer „Studienwahl“ hin und her, als HBK hereinkam und mich fragte, was ich denn da machen würde. Meine spontane Antwort: “Ich plane meine Zukunft!“ gefiel ihm so gut, dass da direkt die nächste Predigt daraus wurde.

Eigentlich könnte ich die Story um die Studienplatzwahl hier enden lassen, weil diese Szene in der Burgwache ganz eindeutig besetzt ist mit Robert Miles „Children“, jenem Dream Dance Zündfunken, den wir damals ständig hörten, ach was ich mache einfach zwei Storys daraus und lasse die zwischenzeitliche Überlegung „Umwelttechnik“ zu lernen mal hier stehen, um sie dann mit der nächsten wegändernden Geschichte zu Ende zu erzählen.

Robert Miles – Children